Jeden Tag eine gute Tat...



In meiner Jugend war ich bei den Pfadfindern (BDP), wo ich übrigens einen schrecklichen Spitznamen hatte: "Germany Keule" - was immer das damals bedeuten sollte?! Jedenfalls hatten wir dieses Pfadfindermotto: Jeden Tag eine gute Tat - und so halte ich es heute noch nach Möglichkeit, gibt es einen doch ein schönes Gefühl etwas Gutes zu tun. Normalerweise soll man nicht über seinen guten Taten berichten, aber ich mache das heute ausnahmsweise einmal, da ich die Aktion gut finde. Auf der Strecke zwischen Blankenburg/Harz und Timmenrode liegt unterhalb der Teufelsmauer an der Landstraße das Grab eines unbekannten Soldaten und an seinem Birkenkreuz habe ich heute ein Schild befestigt, darauf steht:


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Es gibt zwei Arten von Ballast, ...


... zum einen die Ballaststoffe in der Nahrung, die gut für den Darm sind und für guten Stuhlgang sorgen. Andererseits gibt es den Ballast der Dinge und darüber will ich heute etwas schreiben. Wie in einem Heißluftballon muss man Ballast abwerfen um in geistige Sphären aufsteigen zu können. Übrigens macht die dünne Luft da oben „natural high“ und der Körper sorgt ganz von selbst für die Endorphine, körpereigene und deshalb kostenlose Glückshormone. Und dann die Aussicht dort oben über den Wolken, wo die Freiheit unendlich erscheint – spektakulär! Wer dann in der Gondel nicht allein ist, von einem einzigartigen Menschen (im Prinzip jeder, aber...) begleitet wird, der/die schätze sich glücklich im Augenblick angekommen zu sein! Darin besteht wirklich die höchste Kunst und ich schrieb bereits darüber einen kleinen Essay. Heute geht es jedoch um etwas, was zum Ankommen im Augenblick, zur unerträglichen Leichtigkeit des im Augenblick Ankommens beiträgt: Ballastfreiheit – meine Wortschöpfung des Tages! Ein weiser Philosoph - sollte nicht jeder Philosoph weise sein? - sagte einmal: „Desto weniger ich brauche, umso reicher werde ich.“


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Gegen geistigen McDonalds Fraß


Nachts um halb drei bin ich aufgestanden, gehe ich doch immer (meistens) früh zu Bett. Ein amerikanisches Sprichwort sagt: “Early to bed and early to rise makes a man healthy, wealthy, and wise.” Ich liebe diese frühen Stunden des Tages, wenn die meisten Menschen im Umkreis noch schlafen und quasi nicht anwesend sind. Zu viele Menschen sind mir heute ein Graus, besonders jene Massen als Phänomen der Groß- und Megastädte, die ich deshalb heute nie (im Gegensatz zu früher) lange ertrage. Ich wohne etwas seltsam in einem Industriekomplex mit einer wunderbaren Aussicht auf die grüne Natur, nur von meinem „Living Room with a green View“ muss ich durch ein paar Gänge und eine Halle laufen um in die Küche zu kommen. Dort mache ich mir dann eine Kanne Kaffee und mein Müsli, gehen dann mit diesen Frühstücksutensilien zurück in mein Mehrzweckzimmer und frühstücke dort. Ich schaltete das Radio ein und hörte die 3-Uhr-Frühnachrichten auf Deutschlandradio Kultur. Der Nachrichtensprecher berichtet mit seiner emotionslosen, weil sachlichen Stimme von einem Anschlag in Frankreich am gestrigen Nationalfeiertag. Bei dem Anschlag in Nizza sind viele Menschen durch einen Selbstmordattentäter getötet oder verletzt worden, der mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast war. Daraufhin schaltete ich das Radio wieder aus, ist es doch wichtig seinen Geist nicht mit all dem geistigen Müll, mit all der Negativität und Destruktivität der Welt und ihrer Nachrichten zu vergiften. Nicht nur bei der Nahrung, auch bei der geistigen Kost sollte man achtsam und sehr selektiv sein! Ich empfehle gute Bücher und das Schicksal spielt uns häufig gute geistige Kost zu. Ich habe da auch so meine Orte, wo ich leicht fündig werde. Gestern fand ich an einem solchen Ort in Thale (dem Geburtsort von Theo Löbsack) ein Buch eines mir zuvor unbekannten deutschen Schriftstellers namens Klaus Modick mit dem Titel „Sunset“. Es ziert ein schönes, sepiafarbiges Umschlagbild mit einer kalifornischen Palmenallee im Abendlicht. Auf der Vorsatzseite steht


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Manchmal denkt ES in mir...



Vielleicht ist es auch Inspiration die von irgendwo her kommt und meinen Geist inspiriert, meinen Denkprozess, der gleichzeitig auch fühlt, also kein reines Denken ist, egal? Während eines solchen „Prozesses“ liege ich mit meiner Augenbinde auf meiner Liege in völlig entspannter Position und denke zum Beispiel über den schwammigen Begriff „Seele“ nach. Macht uns nicht „unsere“ Seele aus, ist sie nicht die Quintessenz unseres Seins? Hat diese unsere Seele nicht sehr viel mit der Sinnerfüllung zu tun, leidet sie nicht ohne einen erfüllenden Sinn?! Ist nicht die Liebe jenes „Elexier“ das sie zum Schwingen und Klingen bringt?! Gibt es nicht sogar Menschen die „ihre“ Seele für schnöden Mammon oder/und Macht dem Teufel verkaufen wie eine Niere oder Leber?! Einige reden gar von „ihrer“ unsterblichen Seele, die ja dann ewig sein müßte, also göttlich, oder?!

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Schriftwechsel mit Laura


 Liebe Laura, Du weiblicher Rolling Stone,
scheinst mal wieder on the road zu sein. Ich halte hier dagegen im heute sehr sonnigen und sonntäglichen Harz die Stellung - ohne mich auf verlorenem Posten zu fühlen. Diese sonntägliche Ruhe und Harmonie will ich jetzt u. a. dafür nutzen Dir auf Deine Mails zu antworten. Die Struktur des (meines) Buches in spe ist mir momentan nicht wichtig, d. h. sie ergibt sich aus dem Schreibprozess und kann ggf. später nachgebessert werden. Auch finde ich es schade das immer technische Aspekte überbewertet werden und niemand bis dato inhaltlich auf das einging, worum es mir tatsächlich in diesem Buchprojekt geht: Die psychologisch, politisch und philosophischen Aspekte unseres zivilisierten, also denaturierten Lebens, in Bezug auf die eigene Sinnfrage und deren Lösung. Ein guter Hamburger Freund schrieb mir z. B. dies:
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Grundsätzliches zur „Endlösung“ der Sinnfrage

Wieder hat ein neuer Tag angefangen, Pfingstmontag. Es ist bewölkt und grau, auch hat es schon ausgiebig geregnet – die Natur freut sich darüber und auch ich habe nichts gegen den Regen. Nur Dauerregen sollte es bitte nicht sein, weil dieser macht erfahrungsgemäß depressiv – bei mir jedenfalls. Ich möchte jetzt noch einmal Erich Fromm preisen und kurz aus seiner "Kunst des Liebens" zitieren um EUCH anzufixen:

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Das kürzeste Kapitel: Religionen - CREDO QUIA ABSURDUM

An dieser Stelle möchte ich noch kurz ein paar Gedanken zum Thema Religion einfließen lassen. Religionen sind immer Menschenwerk und entspringen dem menschlichen Glaubensbedürfnis an das Luminose oder Unerklärliche, d. h. Götter- oder Gottes-Glaube ist immer irrational. Jegliche Gottesvorstellung entspringt der jeweiligen menschlichen Projektion und der Begriff „GOTT“ ist die Chiffre für das Unvorstellbare und/oder Unerklärliche. Deshalb möchte ich es wirklich ganz kurz machen mit dem Merksatz aus Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus: Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.

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Gedanken zum Tag

Als ich junge Mutter war, habe ich die Zeit mit meinen Kindern zwar genossen, aber im Hinterkopf hatte ich immer die Anforderungen, die noch auf Erledigung warteten: einkaufen, Predigt schreiben, Wäsche waschen, Taufgespräch. Mit meiner Enkeltochter kann ich heute stundenlang einfach nur dasitzen, Hühner beobachten, einen Stein an Laternenmasten als Klanginstrument ausprobieren oder in einem Bilderbuch nach dem Papagei suchen – und es drängt mich nichts, ich habe nicht mal eine Armbanduhr um. Das ist Lebensglück, stressfrei, so wie es Menschen wohl erst ab einem gewissen Alter genießen können. Da wächst eine Gelassenheit, die Jüngere schlicht nicht haben, weil sie auf Erfahrung fußt. Und der Sinn des Lebens bekommt eine neue Dimension, die du früher nicht mal geahnt hast. Wer alt werden darf, erlebt viel Neues, es bleibt spannend! Gerade erst hat eine Studie gezeigt, dass die Quote der Menschen, die nach dem Sinn des Lebens fragen, stetig sinkt. (…) Wer keinen Sinn im Leben sucht, denkt wohl auch nicht an Endlichkeit. Und wenn es keinen Sinn gibt, ist auch Trauer nicht angesagt. (…) In einer ökonomisierten Gesellschaft gibt es dafür keinen Raum und keine Zeit. Älterwerden hilft auch, diese Räume zu suchen und sich die Zeit zu nehmen.

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Cherokee Weisheit

“Die Menschen werden nicht nur mittels Worten den Sinn des Lebens begreifen. Möglicherweise weiß der weiße Mann deshalb sowenig, weil er soviel studiert. Und möglicherweise ist dies auch der Grund dafür, daß seine Kultur untergehen muß, bevor er noch begreift, wie ihm geschieht. Aus eben demselben Grund kann oder will er vielleicht seine Lebensart nicht aufgeben, bis seine Art zu leben ihn ändern wird. Er meint, daß er sein Leben ändern kann, indem er das, was er sagen will, in andere Worte kleidet. Und genau hierin liegt vielleicht seine Heuchelei.”

Gerald Wilkinson, Cherokee
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Erkenntnisse eines Durchreisenden...

Mit der durchschnittlichen Kombinationsgabe eines Durchreisenden, ja lieber Leser, liebe Leserin, auch Sie gehören zu dieser (sagen wir einmal) Gattung der Durchreisenden, auch wenn sie es bis dato noch nicht gewusst und so empfunden haben sollten. Bei den nachfolgenden Erkenntnissen geht es natürlich und in erster Linie um meine eigenen als, lassen Sie mich diesen Ausdruck letztmalig h i e r benutzen: als D U R C H R E I S E N D E R !
Bevorzugt reise ich aus eigener (Muskel) Kraft, per pedes oder auf dem Velo, wie die Schweizer sagen würden. Dadurch erhalte ich mir meine Bodenhaftung, neige ich doch dazu ab und an geistig abzuheben – man muss mir das nicht verzeihen, es ist unverzeihlich und bedarf nur meiner eigenen Nachsicht und Vergebung! Ich habe mir also irgendwann vergeben, amor fati, und angefangen meine Reise anders zu empfinden – d. h. weniger tragisch! Humor ist dabei ein gutes Überlebensmittel und passt meist in jeden besseren Rucksack. Tage, an denen Sie selbst nicht über sich lachen konnten, waren schlechte Tage und die wünsche ich nur meinen Feinden! Zwar sagte einst ein Geistesbruder zu mir: Liebe Deine Feinde! - aber dazu bin ich zu nachtragend und rachsüchtig. Jan-Philipp Reemtsma sprach in einem Eröffnungsvortrag, dem ich in Hamburg beiwohnte, von der typischen Opferrolle, wenn man auf sein Recht zur Rache verzichtet. Rache ist etwas gesundes und wenn man sie kalt genießen kann, ist sie köstlich. Lassen Sie sich Zeit bei ihrer Rache und vergessen Sie nichts, führen Sie Buch darüber und seien Sie kreaktiv und gerecht bei ihrer cleveren Revange!
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Was ist Liebe...?


ErdeWasser
Klangschale mit...*
Die Liebe muss von ihrer Natur her
flüssig sein.
Das merken wir meist erst,
wenn sie verflossen und unwiederbrieglich fort ist!

Liebe verspricht uns im Augenblick
ZEITlosigkeit und nicht mehr als die
EWIGKEIT!

Dadurch meinen wir den Tod überwinden
EWIG zu sein! Hier liegt IHR und UNSER
SINN – ohne Liebe jedoch erscheint ALLES
SINN-los!

Es gibt Liebe in der Welt, in Dir & mir,
aber auch IHR Gegenteil:
KRIEG, HASS & ZERSTÖRUNG!

Es herrscht ein permanenter Krieg zwischen
der Liebe und den Zerstörern der Welt!
Manchmal wechselst Du die Fronten,
besonders in Zeiten der SINN-losigkeit:
Drum besser wär das NICHTS entstünde!

Dieses NICHTS ist das Ende aller Sehnsucht,
der LIEBE an sich:
IHR TOD!

WER DAS VERSTANDEN HAT
IST BEREIT FÜR DIE LIEBE ALLES
ZU GEBEN – auch sein einziges Leben!

Geschrieben am 8.8.2015 irgendwo auf TERRA TITANIC

mit herzlich-liebevollem Gruß

yours frankly

Frank 7th Dada-Lama


Postskriptum: Gemessen am Zustand der Welt heute müssen wir uns eingestehen: es fehlt an LIEBE - ist die Schlacht schon verloren?!



*Klangschale mit einer erblühten Rose, schwimmend im Wasser der Liebe zusammen mit einem Stein der Weisen.
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Essenz

Die Nacht der Angst wird kommen, immer wieder
Um Dich zu Dir hin wachsen zu lassen.

Der Verlust Deiner Sicherheit
Bequemlichkeit, Bestätigung.

Warum geschieht mir das? Immer wieder?

Du sollst erfahren wer Du wirklich bist.
Hinter all Deinen Masken,
Hinter äußerem Schein schimmert sie hervor
Deine Essenz des SEINS
Worum geht es?

Erlöse Dich von der Illusion,
Etwas oder Jemanden zu brauchen.
Löse Dich vom Wünschen.
Sei.

Lass es brennen, ja ich weiß,
es tut weh. So sehr.
Aber Du kannst es und es geht vorbei.
Du bekommst genau die Aufgaben,
die Du bereit bist zu lösen
JETZT

Sei ganz bei DIR, sei in Dir
bleib in Deinem Zentrum.

Stell Dich mitten ins Feuer.
mitten in Deine größte Angst.
Dann erfährst Du,
wer du BIST

Entzünde dort Dein Licht
Geh tief hinein in Deine Kraft.

Sei das, was Du Dir
so sehr von ihm gewünscht.

Sei Liebe.
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Die Antwort eines Freundes:...

Lieber Frank,

abgesehen von stoischer Ruhe - die betrifft den Zustand, in dem man viel Zeit für Gedanken und im schlechtesten Fall nichts anderes zu tun hat - ist tatsächlich das Leben in der Gegenwart der entscheidende Schlüssel, wenn ich mich nicht irre. Ich kann Dir das konkret bestätigen: ich habe drei Tage lang in der Erde gewühlt und Beete angelegt.. das hat die Frage nach einem wie immer gearteten Sinn aus meinem Geist vertrieben. Es blieb da weder die Frage nach dem Sinn des Beetes, noch die die Frage nach dem Sinn von Dasein als Seinsform an sich. Ist die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht eher wie eine Strafarbeit, die man sich selbst aufgibt. Und ihr Auftreten ein klares Zeichen dafür, daß man sich plagen möchte? Und wo wir schon vom nackten Affen sprechen: möglicherweise ist das Gehirn dieses Affen ja gar nicht dafür geschaffen, solche Probleme zu lösen - und gaukelt dem Affen nur vor, daß jeder Gestand, für den er ein Wort findet denkbar ist - und wenn er denkbar ist, auch "real".

Ich würde Radieschen empfehlen.

Sei herzlich umarmt,

Dein R.
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Sinnsuche...


„
Wenn der eigene Atem zu feinen Eiskristallen gefriert und leise klirrend zu Boden fällt, nennen das die Sibirier "Sternflüstern" – Sternflüstern ist auch der Name dieses Blogs, der ein Blog der leisen, aber eindringlichen Worte und Gedanken sein will – freigeistiger und bisweilen unzeitgemäßer Gedanken. Mensch, Gesellschaft, Literatur, Leben und Tod sind Ursprung, Quelle und Gegenstand dieser Gedanken – in Texten, Versen und vielleicht auch im Gespräch mit dem einen oder anderen Besucher hier … „

So stellt sich der Blog des Herrn „Schweitzer“ vor, der den poetischen Namen „Sternflüstern“ trägt! Mein Freund Alex hatte mich auf diesen Blog beziehungsweise einen besonderen Eintrag hingewiesen, der zu unserem Thema „Sinn des Lebens“ paßt. Ich las den Beitrag, befand ihn für gut und schrieb daraufhin Herrn „Schweitzer“ an, schlug ihm vor, ob er nicht an unserem Gruppenblog teilnehmen wolle – Nein, er sei leider zu beschäftigt mit anderen Projekten, und tat mir sein aufrichtiges Bedauern in seiner Antwort kund. Unser Projekt „Sinn des Lebens“ fände er gut und an sich unterstützenswert...

Daraufhin bat ich ihn ob ich wenigstens seinen Beitrag hier im Sinnbuch-Gruppenblog verwenden dürfe? Nun, Herr „Schweitzer“ war so freundlich und wie sollte es auch anders sein, wenn jemand so einen Beitrag schreiben konnte...:


Sinnsuche - von schweitzer @ 2014-06-03 – 11:28:40

Wenn ich mich so umhöre, wenn ich in den Blogtagebüchern anderer Menschen herumstöbere, dann bemerke ich immer wieder wie sehr viele Leute nach dem Sinn des Lebens suchen, nach einem Sinn für ihr eigenes Leben. Jüngere Leute, naturgegeben, stärker, intensiver als ältere, aber die Älteren, die auch immer noch oder wieder stark und intensiv suchen, oft nicht minder verzweifelt.

Sehr wahrscheinlich hat es solche Sinnsuchen auch schon bei früher lebenden Generationen gegeben. Dennoch glaube, vermute ich, dass etwa vor zwei oder drei oder gar vier Jahrhunderten, die Menschen sich weniger, mindestens weniger intensiv, mit der Sinnfindung ihres Lebens befasst haben.

Der Sinn des Lebens bestand wohl viel mehr in der Erfüllung des eigentlichen Lebenszwecks: Fortpflanzung und Gewährleistung des Fortbestandes der Familie, Erhaltung von Leben, über Generationen hinweg durch Arbeit, großenteils harte Arbeit, die den ganzen Tag ausfüllte.

Darüber hinaus gehende Fragen wurden nicht gestellt und stellten sich nicht, das Gebot der Erfüllung des eigentlichen Lebenszwecks war vorgezeichnet, grundsätzlich waren die Tage auch zu sehr mit Arbeit, mit Kindererziehung, mit Tätigkeit in Haushalt oder Wirtschaft an- und ausgefüllt als das überhaupt Zeit und Kraft für weitergehende Gedanken blieb. Nach einem 12-, 14-, oder 16stündigen Tag angestrengter, harter Arbeit war man folgerichtig nur noch müde. – Und war angesichts des stumpfen und oft zermürbenden Einerleis die Frage nach dem Sinn für das eigene Leben denn doch einmal präsent und wurde auch als so empfunden, so mussten diese Augenblicke doch generell immer nur Augenblicke bleiben. Das, was das Leben, wie es nun einmal war, (er)forderte, war schnell wieder präsenter.

Sinnfragen wurden grundsätzlich wohl allenfalls von Personen aus begüterten Häusern gestellt, dort wo mehr oder weniger Zeiten der Muße, des Müßiggangs, der Langeweile gar, Zeiten sich Gedanken zu machen vorhanden waren.


Wenn an all dem, was ich, zugegeben, hier sehr verkürzt und mangels eigener Erfahrung auch weitgehend mutmaßend geschrieben habe, mehr als nur ein Körnchen Wahrheit ist, dann stellen sich mit Blick auf die Gegenwart einige Fragen, drängen sich einige interessante Gedanken (sic!) auf:

Unser Leben heute ist grundsätzlich, bei aller nach wie vor bestehenden und sich zwar in anderer Weise als in der Vergangenheit aber nach wie vor deutlicher ausprägenden Differenziertheit, ein völlig anderes.

Wir definieren Lebenszweck heute ganz anders, weil uns die vielfältigen Möglichkeiten, die Leben als solches ausmachen können, wesentlich gepusht durch die vielfältigen Möglichkeiten umfassender Kommunikation und der starken Medienpräsens, viel bewusster sind.
Bei aller teilweise starken und krank machenden Arbeitsbelastung, bleiben uns Abschnitte „freier“ Zeiten, Zeiten, um sich, unter anderem, Gedanken zu machen, über den Sinn des (eigenen) Lebens. –
Zeit und Kraft zu haben, sich Gedanken, Gedanken über Sinnfragen, zu machen, war früher vielmehr Luxus als heute. Aber sehen wir es mittlerweile nicht viel zu sehr als selbstverständlich und viel zu wenig als Geschenk an, generell immer wieder über solche Zeiten verfügen zu können?

Begreifen wir hinreichend genug, dass es nicht unwesentlich der (mehr oder weniger „perfekten“) Erziehung durch unsere Eltern, der Sozialisation in und durch Gemeinschaften, die uns keineswegs durchweg oder gar überwiegend „sympathisch“ sind und gar dem Durchlaufen unseres immer wieder (und durchaus oft zu Recht) kritisierten Bildungssystems zu VERDANKEN ist, dass wir so frei, so souverän, so fähig geworden sind, uns immer wieder und teilweise sehr differenziert Gedanken über den Sinn unseres Lebens zu machen vermögen?
Ein Mädchen schrieb vor zwei Tagen in einem Eintrag in ihr Blogtagebuch: „Gedanken machen einen nur kaputt. … man lässt es zu, dass sie uns kaputt machen.“

Ich gestehe, dass ich manchmal ähnlich empfinde, zumal ich unverkennbar zu jenen (etwas ) älteren Menschen gehöre und wohl auch gehören werde, die sich immer wieder stark und intensiv Gedanken über den Sinn des eigenen und den Sinn des Lebens bezogen auf die Menschheit machen.

Mitunter höre ich dann Sätze wie: „Denk‘ einfach nicht so viel, tu irgendwas, am besten was, was Dich auspowert!“ –
Das ist für mich nicht wirklich ein Rat, weil diese „Anregung“ nur darauf abzielt, das Nachdenken zu verdrängen, zu unterdrücken, die Zeit, die Kraft dafür mit der Orientierung auf anderes zu verbrauchen. So wie sie in früheren Jahrhunderten durch anhaltend harte Arbeit, durch die zwangsläufig fortwährende alles andere ausschließende Erfüllung des „eigentlichen“ Lebenszwecks verbraucht worden ist.
Ich möchte aber nicht wie ein Mensch voriger Jahrhunderte funktionieren (müssen), nicht zuletzt, weil ich, wie ich schon andeutete, die erworbene Fähigkeit und die gegebenen Möglichkeiten, sich (auch umfassend) Gedanken über den Sinn des (eigenen) Lebens zu machen, und dies auch nicht nur am Anfang desselben, für eine Errungenschaft, für ein Geschenk halte. Nachzudenken im Sinne von Suche nach dem Sinn des Lebens, macht nunmehr einen Teil dieses Sinns, des Lebenszwecks, aus. Und das ist gut so!

Bleiben aber schlussendlich, auch bzw. weil ich das so sehe, doch zwei, freilich sehr schwierige Fragen:

1. Was ist nötig, damit uns unsere Gedanken über Sinnfragen nicht so kaputt machen, wie das bei vielen offenkundig immer wieder geschieht?
2. Wer oder was ist „man“, dass es zulässt, dass uns solche Gedanken so sehr zusetzen, dass wir daran im schlimmsten Falle zu verzweifeln, zu zerbrechen drohen?
Ich habe auf beide Fragen keine hinreichende Antwort, nur ein paar Gedanken (sic!).

Zur ersten Frage spontan die Folgenden:

Das Leben muss ein Kompromiss sein dürfen. Mehr kann es nicht sein, ohne dass Menschen anderen Menschen letztlich Schaden zufügen, weniger aber darf es nicht sein. Es muss ein ausgewogener Kompromiss aus bestehenden und zu erfüllenden Pflichten und Zwängen auf der einen, und schöpferischer Selbstverwirklichung den eigenen Interessen gemäß auf der anderen, Seite sein dürfen und sein. (Der günstigste Fall wären Schnittmengen zwischen der Realisierung dieses Rechts, dieses Anspruches und den zu erfüllenden Pflichten – je größer sie wären oder würden, desto besser). Ist oder wird es das nicht, machen Gedanken über den Sinn des Lebens, des eigenen, wie des Sinns des Lebens an sich, kaputt. Fortgesetzt!
Meine Gedanken zur Beantwortung der zweiten Frage knüpfen an das eben Geäußerte an:

Wir sind es, die es zulassen, dass uns Gedanken über den Lebenssinn so kaputt machen, jeder Einzelne von uns, für sich. Wir sind es, weil wir uns so schwer entscheiden können. Für jüngere Menschen ist das grundsätzlich eine noch größere Herausforderung als für ältere. (Ausnahmen bestätigen die Regel). Denn wir verfügen heute nicht nur über die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, weil DER „eigentliche“ Lebenszweck heute nicht mehr so eingeschränkt definiert und vorgegeben ist wie in früheren Jahrhunderten, wir verfügen regelmäßig sogar über die Möglichkeit verschiedene erdenkliche Entscheidungen zu treffen.
Junge Leute, so scheint es mir, sind darauf häufig zu wenig vorbereitet, erhalten dabei nicht selten zu wenig Unterstützungs- und Entscheidungshilfe, wenigstens nicht solche, die nicht Bevormundung, Vorgabe, Erwartungshaltung ist oder zumindest so empfunden wird oder werden kann. Junge Menschen brauchen andere junge Menschen aber auch Erwachsene, mit denen sie in diesem Sinne tatsächlich einander vertrauen könnend zu REDEN, sich auszutauschen, vermögen.
Was ältere Menschen, die immer noch bzw. immer wieder auf der Suche nach dem Sinn sind, brauchen, um nicht zu verzweifeln, meine ich weit weniger zu wissen. Ich bin in diesem Sinne selbst ein zu markantes Beispiel und auch insoweit immer noch auf der Suche…

Schließlich sind es aber nicht nur wir selbst, sondern auch andere Menschen, Zeitgenossen um uns herum, vor allem jene, die über wirtschaftliche, finanzielle und politische Macht verfügen und so die Rahmenbedingungen ganz stark für das Leben jedes einzelnen von uns setzen, die es zulassen, ja, die sehr stark dafür verantwortlich sind, dass unsere Gedanken über den Sinn des (eigenen) Lebens uns so oft kaputt machen. – Weil die durch sie und ihre Machtausübung gesetzten Rahmenbedingungen für das Leben, UNSER Leben, den genannten, notwendigen Kompromiss, nicht oder wenigstens nicht in ausgewogener Weise zulassen.

Ob bzw. wie man das ändern kann, ist die folgerichtige Frage.
Es ist die größte, bislang unbeantwortete Frage unserer Zeit, der Gesellschaftsordnung in der wir leben.
Mindestens so lange das so ist und bleibt, werden die „Sinnsucher“ immer wieder in Gefahr geraten, kaputt zu gehen, zu verzweifeln – eine Heilung dieser Gefahr wird es so lange nicht geben. Allenfalls Linderungen, dadurch sich Gleichgesinnte zu erschließen, sich an ihnen zu orientieren, in ihnen den einen oder anderen WIRKLICHEN Freund für sich zu finden.

Auch das ist immerhin ein Stück Sinn des Lebens, ein Teil der Erfüllung eines der Moderne angemessenen Lebenszwecks. Und der wenigstens IST IMMER ein Stück weit realisierbar.

Quelle - zukünftig als grafisches „Quallen“-Symbol darstellbar!
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Spiegel-Gesetze...

Diesen Beitrag sandte mir unser ältester Blogfreund Horst Kabitz alias "Ameise" aus Berlin mit der Bitte es hier zu posten - frankly Frank -:

Für mich geht es um Selbsterkenntnis: Dazu helfen vielleicht die Spiegelgesetze - sie sind für mich nicht abstrakt, sondern durch Erfahrung bestätigt -, wenn man sie gründlich versteht und anwendet:

Alles was mir am anderen gefällt, habe ich auch in mir.

Alles was mich am anderen stört und ärgert, habe ich unverarbeitet auch in mir selbst.

Alles was ich an anderen kritisiere, bemängele ich in Wahrheit an mir, denn Kritik am anderen offenbart meine eigenen Begrenzungen und Mängel.

Alles was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft, es mich aber nicht berührt, ist seine eigene Spiegel-Reflexion

Dadurch erlebe ich meine Andersartigkeit und damit eine Sichterweiterung, die ich dankbar annehme.

Schmerzhafte Kritik nehme ich wortlos an. Ich nehme sie schweigend in mein Herz. Ich verteidige mich nicht. Ich sehe sie als meine Schattenseite ruhig und klar an. Ich erkenne sie als meine Mangelerscheinung.

Ich will mich um die Umpolung der Schattenseite in die Lichtseite bemühen. Und das gelingt mir durch Liebe.

Ich akzeptiere den anderen, wie er ist, er darf ganz anders sein!

Alles hat Bezug zu meiner Person. Bei Schwierigkeiten sollte ich mich dem Beginn zuwenden, da wo alles entsteht.

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Hinweis: Ein Spiegel verkehrt die Seiten, das erschwert es mich selbst im den anderen Menschen gespiegelt zu sehen.

PS: "Hat dich dein Freund einmal gekränkt, verzeih ihm und versteh:
Es ist ihm selbst nicht wohl, sonst tät er dir nicht weh."

PPS: Sinnsprüche als Stolpersteine oder Lebensregeln?
"Jeder Mensch sucht im Leben einen Halt.
Der einzige Halt liegt im loslassen."
Zum Beispiel: die Vergangenheit loslassen. Jede vermeintliche Kränkung loslassen.
Selbsterkenntnis ist ein langer Weg, der nicht endet.
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